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Urban Gardening: Ein Freizeit-Trend bringt die Natur in die Stadt

Mit dem Urban Gardening kehrt die Natur in die Stadt zurück. Wir verraten Ihnen die besten Tipps und Tricks, wie Sie Ihren städtischen Balkon in eine Wohlfühl-Oase verwandeln und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

Einen ganz persönlichen Rückzugsort, um vom Alltagsstress abzuschalten braucht wohl jeder, oder? Vor allem in Städten, die im Vergleich zum Land über deutlich weniger Grünflächen verfügen, ist dies allerdings keine Selbstverständlichkeit. Dabei ist die Natur wichtig für die Lebensqualität der Bewohner einer Stadt. Eine eigene Grünfläche mit Blumen und Kräutern? Ein Ort, an dem die Seele baumeln darf und an dem selbst angebautes Obst und Gemüse geerntet werden kann? Für viele Stadtbewohner kann dieser Traum durch Urban Gardening zur Wirklichkeit werden.

Doch woher kommt dieser Trend eigentlich? Wörtlich übersetzt bedeutet Urban Gardening etwa Urbaner Gartenbau – im Prinzip beschreibt es das Gärtnern auf kleinen Räumen inmitten der Stadt oder dem eigenen Balkon. Vor allem geht es aber dabei um eine sinnstiftende Tätigkeit. Ein Hobby, das Körper und Seele abseits vom Alltagsstress in Einklang bringen soll. Die erhöhte Sensibilität für die Umwelt und eine bewusste Ernährung, Umweltschutz und regionale Nahrungsmittel sowie die Sehnsucht nach Natur in der Gesellschaft sind wahrscheinlich Gründe für die immer stärkere Verbreitung des Lifestyle-Trends. Gerade in Zeiten von Corona, des Klimawandels und der voranschreitenden Digitalisierung erlebt Urban Gardening einen Boom, da sich viele Menschen nach einem Rückzugsort in der Natur sehnen, an dem ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Gerade für Stadtbewohner ist ein eigener Garten häufig keine Selbstverständlichkeit. Gemüse oder Kräuter auf dem Balkon oder der Dachterrasse anzubauen ist aber tatsächlich gar nicht schwer! Wir zeigen Ihnen ein paar einfache Tricks, wie Sie Ihren städtischen Outdoor-Bereich einfach zu einer grünen Wohlfühl-Oase verwandeln können.

1. Voraussetzungen

Bevor Sie sich für eine bestimmte Pflanzenart entscheiden, sollten Sie unbedingt Ihre Balkonausrichtung checken. Ist Ihr Balkon nach Süden ausgerichtet, ist nahezu alles möglich, da die Pflanzen an diesem Standort genügend Sonne abbekommen. Hier eignen sich besonders wärmeliebende Kräuter und Gemüsesorten wie Tomaten, Gurken oder Paprika. Selbst Erdbeeren lassen sich an einem Südbalkon prima anbauen. Auch auf halbschattigen West- oder Ostbalkonen gedeiht Obst und Gemüse mit Einschränkungen. Spinat, Mangold und Kresse fühlen sich im Schatten beispielsweise sehr wohl. An Nordbalkonen, die nur wenig Sonne abbekommen, empfiehlt es sich, ein Kräuterbeet anzupflanzen. Aber auch das sorgt schon für einen herrlichen Duft und grüne Farbtupfer auf Ihrem städtischen Outdoor-Bereich.

2. Unkomplizierte Pflanzen für Anfänger

Für Anfänger sind Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch und Petersilie die perfekte Wahl, da sie sehr unkompliziert zu pflegen sind. Neben einem entspannenden Duft, den Sie auf Ihrem Balkon versprühen, sind sie auch super praktisch: Draußen schnell Schnittlauch für das Mittagessen oder Minze für den Aperitif am Abend ernten? Tatsächlich ganz easy und gelingt ganz ohne Garten in einem Topf oder Hochbeet auf dem Balkon. Die Auswahl an Kräutern ist nahezu unbegrenzt. Zu den Basics zählen Petersilie, Rosmarin, Basilikum, Schnittlauch und Thymian. Unbedingt beachten: Nicht alle Kräuter dürfen zusammen in ein Töpfchen. Pflanzen sollten aufeinander abgestimmt werden. Nur so ergänzen sie sich gegenseitig. Basilikum und Rosmarin können beispielsweise wunderbar miteinander. Rosmarin fördert nämlich das Wachstum von Basilikum, während Basilikum die Beschützerrolle einnimmt und Mehltau, weißen Fliegen und Mücken den Kampf ansagt. Auch Schnittlauch und Thymian oder Dill und Petersilie stellen ein absolutes Dreamteam dar und können gemeinsam in einem Topf gepflanzt werden.

3. Artenvielfalt unterstützen

Ein weiteres Ziel des Freizeit-Hobbys kann sein, die Vielfalt der Pflanzen, die Biodiversität, zu erhalten. Dauerbrenner wie Geranien, Kräuter oder Tomaten müssen nicht alleine auf dem städtischen Balkon verbleiben. Greifen Sie ruhig auch einmal so Sorten, die kommerziell fast nicht mehr angebaut werden. Wer hat schon Sauerrampfer oder Schnittknoblauch auf dem eigenen Balkon? So wird die Stadt begrünt und Sie fördern das Mikroklima und die Luftqualität – eine wichtige Grundlage für den Lebensraum von Menschen, Tieren und bestäubenden Insekten.

4. Gemüse & Obst anpflanzen

Für die Caprese zu Mittag eigene Tomaten ernten und das mitten in der Stadt? Kein Problem! Für sehr viele Gemüse- und Obstsorten benötigen Sie keineswegs eine großräumige Anbaufläche. Erdbeeren, Karotten, Salat oder Tomaten wachsen fast genauso gut im Kübel oder im Balkonkasten. Gemüse und Obst gedeiht am besten auf Südbalkonen. Aber auch West- und Ostlagen können ausreichen. Erdbeeren, Paprika, Chili und Tomaten gelingen selbst Anfängern des Urban Gardening Trends. Für den eigenen Anbau auf dem Balkon sind alle Gefäße geeignet, die mindestens zehn Liter Fassungsvermögen haben. Geeignet sind Balkonkästen, Töpfe und Schalen. Naschobst- und Gemüse gedeiht auch wunderbar in kleinen Hochbeeten und Erdbeeren vor allem auch in Blumenampeln. Wem eine eigene Anzucht ab Mitte März zu aufwendig ist, kann auch einfach Jungpflanzen im Gartencenter kaufen und diese direkt auf dem Balkon verpflanzen.

5. Blumen pflanzen

Blumen auf dem Balkon versprühen nicht nur gute Laune, sondern stellen auch eine wichtige Nektarquelle für Bienen und Schmetterlingen dar. Mit ein paar Tipps wird Ihr Balkon in voller Blüte erstrahlen. Auch hier sind die Anforderungen bei der Auswahl zu prüfen. Prüfen Sie die Lichtverhältnisse und den Standort Ihres Balkons und beachten Sie auf jeden Fall die richtige Pflanzzweit Ihrer Blumen. Eine gute Orientierung dafür, ab wann Sie Ihren Balkon in eine Blütenpracht verwandeln können, bieten die Eisheiligen (11. – 15. Mai). Nach den letzten möglichen Frostnächten des Frühjahrs ist in der Regel der Zeitpunkt gekommen, Ihre Pflänzchen zu pflanzen. Wen es schon jetzt im grünen Daumen juckt, kann zu frostunempfindlichen Frühjahrsblütern wie Stiefmütterchen, Hornveilchen, Hyazinthen, Primeln, Tulpen oder Ranunkeln greifen.
Die passenden Balkonpflanzen für den eigenen Balkon richten sich vor allem nach den natürlichen Lichtverhältnissen. Geranien, Petunien, Lavendel, das Zauberglöckchen und die Vanilleblume zählen beispielsweise zu den Sonnenanbetern. Auf schattigen Balkon eignen sich Hortensien, Fleißige Lieschen oder Fuchsien.

6. Regrowing schließt den Kreislauf

Durch das Regrow-Prinzip können Sie Gemüseresten ein neues Leben schenken! Lebensmittelreste müssen nach dem Kochen nicht im Müll landen, denn einige Gemüse- oder Obstsorten eignen sich für die Stecklingsvermehrung. Das Beste: Sie brauchen keinen Garten! Eine Fensterbank in Ihrer Stadtwohnung ist vollkommend ausreichend. Regrow ist eine Form der vegetativen Vermehrung und funktioniert bei Pflanzensorten, bei denen im Gemüserest die gleiche genetische Information wie in der gesamten Pflanze vorhanden ist. Bei einem Salatkopf, Kartoffeln, Frühlingszwiebeln, Sellerie oder Lauch wächst aus den Resten der Mutterpflanze ganz einfach ein Nachkömmling nach. Bei Frühlingszwiebeln und Lauch reicht beispielsweise einfach das weiße Wurzelende. Geben Sie dieses mit den Wurzeln nach unten in ein Glas mit Wasser. Platzieren Sie dieses an einem hellen Ort und sorgen Sie alle paar Tage für frisches Wasser. Die nachgewachsenen Enden können nach einigen Tagen einfach abgeschnitten und verwertet werden.

Als letzten Tipp wollen wir Ihnen noch mitgeben: Haben Sie einfach Spaß! Klar, nicht jeder hat einen grünen Daumen, aber es ist Ihre Chance, neue Fähigkeiten zu entfalten und Ihren städtischen Outdoor-Bereich in einen ganz persönlichen Rückzugsort in die Natur zu verwandeln und ganz nebenbei auch noch etwas Gutes für Natur und Umwelt zu tun!