Die Spanische Hofreitschule in Wien

Ballett der weißen Hengste

Die Spanische Hofreitschule Wien ist die älteste Reitschule der Welt. Hier wird die „Hohen Schule“ seit 450 Jahren gelehrt.

Welche Frau hat nicht schon einmal davon geträumt wie eine Prinzessin auf einem weißen Pferd davonzureiten, in der Hoffnung, den Prinzen fürs Leben zu finden? Das weiße Pferd ist in unseren Köpfen weit mehr als nur ein Tier. Es vertritt eine Symbolik. Es steht für Kraft und Anmut, Weisheit und Erhabenheit, Träume und Sehnsüchte. Ohne ihren weißen Hengst Nikolaus hätte Aschenbrödel ihren Traumprinzen nie gefunden und Gandalf hätte ohne Schattenfell nicht einmal in den Krieg ziehen können.

Das Vertrauen zwischen Mensch und Pferd reicht weit zurück in der Geschichte der Menschheit. Wer es schafft, das Pferd stets respektvoll und auf Augenhöhe zu behandeln, erreicht eine unvergleichliche Harmonie. An keinem anderen Ort auf der Welt kann man dieses unsichtbare Band so gut beobachten wie in der Wiener Hofreitschule, der Hochburg der klassischen Reitkunst.

Tradition, Werte, Leidenschaft

„Wo gelebte Tradition und die Werte der Vergangenheit mit der Leidenschaft der Gegenwart verschmelzen.“
 
©WienTourismus/Paul Bauer
Die große Reithalle, genannt „Winterreitschule“, ist ein Juwel der barocken Architektur.
 
Die Spanische Hofreitschule ist die älteste und die einzige Institution der Welt, an der die klassische Reitkunst, die „Hohen Schule“, seit mehr als 450 Jahren gelebt und gelehrt wird.
Sie zählt zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe. Bereits im 16. Jahrhundert brachte Ferdinand I., der spätere Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, die prachtvollen spanischen Pferde an den Hof nach Wien. Er wuchs in Spanien auf und verbrachte seine Kindheit auf der iberischen Halbinsel, einen Großteil davon auf dem Rücken der edlen Lippizanerhengste. Die weißen Lipizzaner, die heute an der Hofreitschule mit ihren Vorführungen Pferdefreunde aus aller Welt verzaubern, sind die Nachkommen der stolzen Hengste, die Ferdinand I. einst nach Wien gebracht hat. 72 der berühmten „weißen Hengste“ sind in den Stallungen in Wiens ältestem und bedeutendsten Renaissancegebäude untergebracht.
 
Ihren Namen erhielt die „Hofreitschule“ just nach ihrem Bau 1565, denn die Nutzung war ausschließlich dem Adel vorbehalten. Sie diente der Ausbildung und Schulung des Jung-Adels in der Reitkunst. Aus diesem Grund wurde der Bau 1735 von Kaiser Karl VI um den „schönsten Reitsaal der Welt“ erweitert, die herrliche Barock-Reithallen in der Wiener Hofburg. Ab und an wird die Winterreitschule auch als Ballsaal oder für andere Veranstaltungen genutzt.
 
Der Lipizzaner

Lipizzaner gelten als besonders edel und gelehrig. Ihre stolze Haltung und ihr anmutiger Gang ist ihnen in die Wiege gelegt. Sie sind gutmütig, lebhaft, mutig und ausdauernd, weshalb sie sich besonders für die klassische Reitkunst eignen. Die Rasse entstammt einer Kreuzung aus spanischen, arabischen und Berber-Pferden.
 
© AMIPromarketing
Herde Zuchtstuten mit Fohlen. Lipizzaner werden dunkel geboren und erst nach und nach zum Schimmel.
 
Zucht
Um den edlen Tieren die besten Voraussetzungen für die hohe Schule der Reitkunst mitzugeben, wurde bereits 1580 ein eigenes Gestüt gegründet, das sich einzig der Lipizzanerzucht verschrieben hat. Im Lipizzanergestüt Piber in der Weststeiermark werden jährlich rund 40 Fohlen geboren und zwar nicht weiß, sondern schwarz, braun oder mausgrau. Die Farbe des Haarkleides verändert sich bei jedem Haarwechsel. Erst im Alter zwischen sieben und zehn Jahren besitzen die meisten Pferde das schöne weiße Haarkleid des Schimmels. Dank des vierhundertjährigen Wissens rund um die Aufzucht gelingt es Jahr für Jahr, herausragende Nachkommen zu züchten, die die hohen Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Wiener Hofreitschule erfüllen.
 
Ausbildung
Die Ausbildung der heranwachsenden Stars beginnt genau genommen bereits in der Kindheit, denn diese verbringen sie in den Sommermonaten auf der Alm. Dort klettern sie steile Hänge hinauf und hinunter und entwickeln bereits die nötige Muskulatur und Robustheit, die die Zukunft von ihnen verlangt.
 
Mit vier Jahren siedeln die ausgewählten Hengste in das Trainingszentrum Heldenberg und nach Wien über und werden langsam an Zaumzeug, Longe, Geschirr und Sattel gewöhnt. Schritt für Schritt erfolgt dann die strenge, jedoch behutsame Ausbildung mit dem vorrangigen Ziel der Geschmeidigkeit, Gehorsamkeit, Durchlässigkeit und Ruhe. 

„Mit vier Jahren siedeln die ausgewählten Hengste in das Trainingszentrum Heldenberg und nach Wien über und werden langsam an Zaumzeug, Longe, Geschirr und Sattel gewöhnt. Schritt für Schritt erfolgt dann die strenge, jedoch behutsame Ausbildung (…).“

 
              ©WienTourismus/Paul Bauer
 
Die Aufgabe der klassischen Reitkunst ist es, die natürlichen Bewegungsveranlagungen des Pferdes zu studieren und durch individuelles Training die höchstmögliche Eleganz aus dem Hengst herauszuholen. Das Ergebnis der Ausbildung, bei der Mensch und Pferd zu jeder Zeit auf Augenhöhe stehen, ist eine unvergleichliche Harmonie zwischen Reiter und Hengst.
Es dauert durchschnittlich sechs Jahre bis ein Hengst in der Schulquadrille eingesetzt werden kann, somit kann er frühestens im Alter von 10 Jahren als Lehrpferd und für Vorstellungen dienen.
 
Lektionen

Doch was ist es, das die „Eleganz“ des barocken Prunk- und Paradepferdes zur Geltung bringt? Es sind die ausdrucksstarken Bewegungen und die beeindruckenden Lektionen, die die Hengste zeigen. Welches Pferd welche Lektionen erlernen kann, richtet sich nach dessen besonderer Eignung, Begabung, Kraft und Sensibilität. Die wohl berühmtesten und atemberaubendsten Lektionen entstammen der „Schule über der Erde“. Sie werden nur von wenigen, besonders talentierten und sensiblen Hengsten erlernt:

Levade: Das Pferd hebt die Vorhand um 45° an und verlagert das gesamte Gewicht auf das Hinterbein. Die Übung gelingt an der Hand und unter dem Sattel.
©WienTourismus/Paul Bauer
Courbette: Das Pferd „steigt“ und springt dabei mit den Hinterbeinen vom Boden ab.
Capriole: Das Pferd springt nach vorne oben in die Luft und schlägt am höchsten Punkt mit den Hinterbeinen aus.
 
Vorstellungen

Das weltberühmte „Ballett der weißen Hengste“ kann regelmäßig in einer Abendvorstellung besucht werden. Es beinhaltet alle Komponenten der Hohen Schule der klassischen Reitkunst, darunter die Schulen auf und über der Erde. Höhepunkt jeder Darbietung ist die die klassische Schulquadrille, die nur an der Spanischen Hofreitschule in dieser Perfektion geritten wird.

Spannend ist auch die Morgenarbeit. Sie wird von klassischer Musik begleitet und zeigt, wie die Hengste aller Alters- und Ausbildungsklassen trainiert werden. Im Vordergrund stehen die Gymnastizierung und die klassische Schulung der Tiere.

Wer einen Blick hinter die Kulissen der Spanischen Hofreitschule werfen mag, erfährt bei den täglichen geführten Rundgängen Interessantes zu Traditionen, Reitkunst und zur Geschichte der Spanischen Hofreitschule und besucht die 72 weißen Stars in ihren Stallungen.
 
©WienTourismus/Paul Bauer
Ein Blick hinter die Kulissen in eine der zahlreichen Stallungen im Inneren der Spanischen Hofreitschule.
 
Für einen stilvollen Auftritt in den geschichtsträchtigen Gemäuern der Hofreitschule sorgen die Stiefelettenmodelle von Högl. Warme Farbtöne wie Nuss dominieren das Modebild im
Herbst/Winter 2019. Hinzu kommen rockige Booties mit dekorativen Schnallen und lässig genarbtem Leder.
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