Wien - die Hauptstadt des Jugendstils

Nicht nur für Kunstkenner

Wiener Architekten und Künstler schufen prächtige Werke, die bis heute in aller Welt bewundert werden.

"Der Zeit ihre Kunst - der Kunst ihre Freiheit." So steht es über dem Portal der Secession, einem der wohl berühmtesten Gebäude des Wiener Jugendstils. Bedeutende Maler, Architekten und Designer fühlten sich damals diesem Motto verpflichtet. Und schufen prächtige Werke, die bis heute in aller Welt bewundert werden. In kaum einer anderen Stadt ist die Ästhetik des Jugendstils so gut erhalten wie in Wien. Sie ist Ausdruck eines revolutionären Geistes, der die Stadt vor gut 100 Jahren, in dem Jahrzehnt vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, beherrschte: Weg vom Historismus der Monarchie, der Stilelemente der Vergangenheit kopierte, hin zur neuen Sachlichkeit. Alles neu Geschaffene sollte zur modernen Menschheit passen und deren Anforderungen entsprechen.

Namhafte Architekten überzogen die Stadt in wenigen Jahren mit einer Reihe bemerkenswerter Gebäude: Kirchen, Wohnhäuser, Ämter und Geschäfte glänzten im Jugendstil. Fast alle sind heute noch erhalten, vieles wurde restauriert. Wien ist europaweit eine der Hauptstädte des Jugendstils, die scharenweise Touristen und Kunstliebhaber anlockt. Högl nimmt Sie mit auf eine Sightseeingtour zu den schönsten Jugendstil-Attraktionen im Herzen Wiens.

Secession

1898 wurde die Secession, eines der berühmtesten Bauwerke Wiens, fertiggestellt. Sie ist die Keimzelle des Wiener Jugendstils, benannt nach der von Gustav Klimt gegründeten neuen Künstlervereinigung „Wiener Secession“, die sich damals vom konservativen Künstlerhaus abgespalten hatte. An der Wienzeile nebst dem Naschmarkt errichtete Joseph Maria Olbrich ein modernes Ausstellungsgebäude, in dem jährlich rund 20 Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler gezeigt werden. Die goldene Blattwerkkuppel ist das Symbol der Secession und weltweit einzigartig. Im Untergeschoß ist Gustav Klimts "Beethovenfries" zu besichtigen, eine virtuose Interpretation von Beethovens 9. Symphonie auf 34 Meter Länge.
 
© Wien Tourismus / Christian Stemper
Die Wiener Secession präsentiert in ihren Ausstellungsräumen moderne, junge Kunst der Gegenwart, die nicht vor dem Experiment zurückschreckt.

Kirche am Steinhof

Etwas abseits vom Stadtzentrum, auf dem Gelände des „Sozialmedizinischen Zentrums Baumgartner Höhe“, ragt ein architektonisches Meisterwerk in die Höhe. Die Kirche zum Hl. Leopold wurde 1907 von Otto Wagner, dem Pionier der Wiener Jugendstil-Architektur, erbaut. Von der Fassade, über die Innenausstattung, bis hin zu den Beleuchtungskörpern und Sitzbänken – der praktische Zweck wurde mit der Schönheit in Einklang gebracht. Im Innenraum der Kirche entsteht eine besondere Atmosphäre: großflächige Glasmosaikfenster werden bei einfallendem Licht zu leuchtenden Gemälden. Hinter dem Altar thront ein 84 Quadratmeter großes und 4 Tonnen schweres Bild aus Mosaik.
© Wien Tourismus / Christian Stemper
Die goldene Kuppel der Otto Wagner Kirche sieht man schon von Weitem leuchten.
© Wien Tourismus / Christian Stemper
Das berühmte Altarbild zeigt in der Mitte den segnenden Christus und zwei Engel.
Majolikahaus

Otto Wagner hatte die Vision, die Wienzeile zwischen dem Karlsplatz und Schönbrunn zu einem Prachtboulevard umzugestalten. In den Jahren 1898 bis 1899 wurde daher ein Ensemble dreier Wohnhäuser errichtet, die sogenannten Wienzeilenhäuser. Sie sind weltweit einzigartig und beispielhaft für die Wiener Jugendstilarchitektur um die Jahrhundertwende. Eines der drei Häuser trägt eine Fassade aus Majolikafliesen, Fliesen mit aufwendigen, floralen Motiven. Das imposante, farbenfrohe Majolikahaus verbindet Schönes mit Nützlichem. So steckt hinter der Keramik-Fassade der Gedanke, dass die Kacheln durch einfaches Abwaschen stets wieder wie neu erscheinen.
 
© Wien Tourismus / Christian Stemper
Das so genannte Majolikahaus in der Linken Wienzeile 40 wurde 1898 errichtet. Die Fassade ist mit Majolikafliesen der Firma Wienerberger verkleidet, die mit floralen Motiven geschmückt sind.

Wagner Stadtbahn-Pavillons

Die Ursprünge des Wiener Nahverkehrsnetzes liegen in der Wiener Stadtbahn. 1898 eröffnet, fuhren die damals noch durch Dampf betriebenen Lokomotiven quer durch Wien, um Personen und Güter zu transportieren. Das Besondere: Alle mit der Bahn verbundenen Bauten wurden nicht nur zweckgemäß, sondern auch im Sinne der Kunst errichtet. Otto Wagner gestaltete alle Mauern, Brücken, Viadukte, Tunnelportale und Stationen einheitlich. Von den Bodenbelägen, über Geländer und Tore bis hin zum Fahrkartenschalter – die künstlerische Handschrift Otto Wagners ist bis ins kleinste Detail erkennbar. Heute sind die Stadtbahnlinien auf U-Bahn-Betrieb umgestellt. Die alten Stadtbahn-Pavillons wurden originalgetreu restauriert und erfüllen nun ihre Funktion als U-Bahn-Station. Einzig und alleine die Wagner Stadtbahn-Pavillons am Karlsplatz üben nicht mehr ihre ursprüngliche Rolle aus, sondern werden während der Sommersaison für die Otto-Wagner-Dokumentation des Wien Museums geöffnet.
 
© Wien Tourismus / Christian Stemper
Im Otto Wagner Pavillon am Karlsplatz ist eine permanente Dokumentation über das Leben und Werk des großen österreichischen Baukünstlers eingerichtet.

Strudlhofstiege

Im 9. Bezirk zwischen der Strudlhofgasse und der tiefer gelegenen Liechtensteinstraße befindet sich eine Geländestufe. Um die Ebenen zu verbinden, wurde eine prunkvolle Treppe aus Mannersdorfer Kalkstein erbaut, die zu den bedeutendsten Bauwerken des Wiener Jugendstils zählt. Von unten nach oben führen zwei geschwungene Stiegenläufe, die sich in der Mitte an einem Brunnen treffen, der von einem Wasserspeier gespeist wird. Wegen ihrer imposanten Erscheinung wird die Stiegenanlage häufig für Freiluftveranstaltungen genutzt. So finden dort beispielsweise Konzerte im Rahmen der Woche der Wiener Chöre statt.
 
© Wien Tourismus / Christian Stemper
Durch den gleichnamigen Roman Heimito von Doderers (1951) wurde die Strudlhofstiege weltbekannt.

Was an allen Werken des Jugendstils gleichermaßen fasziniert, ist die Verbindung von Schönheit und Zweckmäßigkeit. Die Bau- und Kunstwerke bestechen durch Perfektion, strenge Formen und die Verwendung moderner Materialien. Die Verbindung von Ästhetik und Komfort ist auch für Högl das Fundament der Produktentwicklung und die Basis des Erfolges. Die aktuelle Högl Kollektion ist vom Wiener Jugendstil geprägt und überzeugt durch feminine Schnittführung, künstlerisches Dekors und außergewöhnliche Materialien.
 
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